Stiefmütterchen-Image © Dr. Karin Rahman

Stiefmütterchen

Wie Viola tricolor Babys und Kindern bei Milchschorf und Neurodermitis sanft hilft

Bereits im Mittelalter wurden Veilchengewächse gegen Kinder- und Hautkrankheiten, Kopfschmerzen, Epilepsie und Husten eingesetzt. Doch erst der Arzt und Botaniker Leonhart Fuchs unterschied das Stiefmütterchen klar von den übrigen Veilchenarten. Die heutige Definition beschreibt die Stiefmütterchen als „eine Gruppevon Arten aus der Veilchengattung, die sich durch die gegenseitige Bedeckung der Blütenblätter auszeichnen“. Denn so kam das Stiefmütterchen zu seinem Namen: Das breite unterste Kronblatt, die „Stiefmutter“ bedeckt teilweise die seitlichen „Töchter“. Diese wiederum bedecken die beiden obersten, die „Stieftöchter“. Große Nebenblätter sind ein weiteres gemeinsames Merkmal der Stiefmütterchen. Arzneilich werden zwei Arten verwendet, und zwar das gelblich-weiße Acker-Stiefmütterchen und das etwas größere violette Wiesen-Stiefmütterchen. Die zahlreichen großblütigen Garten-Stiefmütterchen hingegen finden keine medizinische Verwendung.

Die Kinderheilpflanze bei Neurdermitis, Milchschorf und seborrhoischem Ekzem

Viola tricolor, so die lateinische Bezeichnung, ist im Freien an Feldrändern und auf Bergwiesen zu finden. Dort erreicht die ein- bis zweijährige krautige Pflanze eine Höhe von bis zu 30 Zentimetern. Ihre unteren Blätter sind herzförmig, die oberen lanzettlich geformt. Die Dreifarbigkeit interpretierte das Christentum einst als Symbol der göttlichen Dreifaltigkeit und auch Paracelsus schrieb dem Stiefmütterchen dreierlei Tugenden zu – nämlich die Aktivierung des Stoffwechsels, die Regeneration der Haut und Schleimhaut sowie die Eignung zur kosmetischen Nutzung. Die medizinischen Anwendungsgebiete haben sich über die Jahrhunderte so gut wie nicht geändert. Immer noch hilft das Stiefmütterchen bei leichten seborrhoischen, also mit Talgfluss verbundenen, Hauterkrankungen und bei kindlichem Milchschorf, was heute auch wissenschaftliche Anerkennung findet. Untersuchungen zeigten, dass das reizlindernde Kraut zudem eine Besserung von Ekzemen bewirkt. Naturheilkundlich wird das Stiefmütterchen zur inneren Anwendung neben Milchschorf auch bei Säuglingsekzemen und chronischen Hauterkrankungen empfohlen. Ebenso bei Bronchialerkrankungen, zur Blutreinigung, zur Anregung des Stoffwechsels und gegen Scheidenjucken bei der Frau. Äußerlich leistet es in Form von Umschlägen und Bädern bei Hautausschlägen, Akne und Hautjucken gute Dienste. Leiden Kinder an Neurodermitis, hilft mitunter eine tägliche Tasse Stiefmütterchentee, den Juckreiz zu lindern. Gegen Bettnässen und Windeldermatitis kann das Kraut ebenfalls eingesetzt werden.

Es sind die sekundären Pflanzenstoffe des Stiefmütterchens, die direkt gegen Bakterien, Viren und Pilze wirken. Da sie zusätzlich antioxidativ sind, leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Zellschutz. Besonders die schweiß- und harntreibenden Inhaltsstoffe lösen den Schleim bei Hustenerkrankungen und regen den Stoffwechsel an. Ebenso bemerkenswert ist die entzündungshemmende, kortisonähnliche Eigenschaft des Stiefmütterchens. Weitere wichtige Bestandteile sind Schleim- und Gerbstoffe, die für den reizlindernden Effekt bei der Behandlung von Lungenbeschwerden, Husten und juckenden Hautkrankheiten sorgen.

Ganzheitlich betrachtet stehen Lunge und Haut in enger Wechselwirkung zueinander. Funktioniert die Lunge gut, funktioniert auch die Haut wie ein schützendes Schild. Da verwundert es nicht, dass das Stiefmütterchen am stärksten auf diese beiden Organe wirkt.

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