Ringelblume © Dr. Karin Rahman

Wundheiler Ringelblume

Verletzungen, Entzündungen & Co – Calendula macht‘s wieder gut.

Kaum eine andere Pflanze ist von Natur her so vorzüglich als Wundheilkraut geeignet wie die Ringelblume. Allein ihr Anblick ist schon eine Wohltat – die beliebte, pflegeleichte Gartenpflanze erfreut uns vom frühen Sommer bis zum Spätherbst mit ihren leuchtenden gelben und orangen Blüten. Die Wirkstoffe der Ringelblume sind besonders auf das Verschließen von Verwundungen ausgerichtet: Wenn man ein Bündel frisch geschnittener Pflanzen in der Hand ein paar Mal leicht drückt, überzieht eine etwas klebrige, balsamische Substanz alle Pflanzenteile, die ein wunderbar warmes Aroma verströmt – und für eine rasche Wundheilung sorgt. Ihren deutschen Namen bekam die Pflanze von Hildegard von Bingen, die sie „Ringula“ oder „Ringella“ nannte – und damit die gekrümmte Form ihrer Samen beschrieb. Zu Hildegards Zeiten wurde die Ringelblume auch zum Färben von Fasern und Textilien eingesetzt – heute noch dient sie als Farbstoff in der Lebensmittelindustrie, z. B. für Butter und Käse.

Entzündungshemmend von innen und außen

Im Gegensatz zu anderen Korbblütlern enthält die Ringelblume keine allergieauslösenden Sesquiterpenlactone, weshalb allergische Reaktionen äußerst selten sind. Daher wird Calendula auch sehr gerne in Säuglings- und Kinderpflegeprodukten verwendet. Die Pflanzenheilkunde nutzt die vielseitige Ringelblume in Form von Teeaufgüssen, wässrigen Auszügen, Tinkturen, Extrakten und Salben. Aufgrund ihrer stark entzündungshemmenden Wirkung wird die Ringelblume bei allen Arten von Wunden – insbesondere bei eiternden oder schlecht heilenden – eingesetzt, ebenso bei Verbrennungen und Erfrierungen der Haut sowie Quetsch- und Rissverletzungen. Verdünnte Ringelblumen-Urtinktur ist eine Wohltat für die empfindlichen Schleimhäute unseres Körpers: als Spülung bei Halsschmerzen, Zahnfleischentzündungen oder Parodontose, eingenommen bei Magen- und Darmgeschwüren.

Liebes - und Wetterorakel

„Er liebt mich, er liebt mich nicht …“ Wie beim Gänseblümchen wird diese Frage seit Jahrhunderten während des Reihum-Zupfens der Blütenblätter gestellt. Zuverlässiger, und bei den Bauern sehr beliebt, gestaltete sich da schon die Wettervorhersage mittels Ringelblumen: Waren die Blüten in der Früh bereits geöffnet, versprach dies einen schönen, sonnigen Tag. Blieben sie bis nach 7 Uhr noch geschlossen, musste mit Regen gerechnet werden.

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