Brennnessel © Dr. Karin Rahman

Brennnessel

Das „aggressive Unkraut“ hilft mit entgiftender Wirkung bei Frühjahrsmüdigkeit

Der erste Frühlingsspaziergang in kurzen Hosen – und plötzlich brennt etwas am Bein. Der Kontakt mit Brennnesseln kann ziemlich unangenehm sein. Als Marspflanzen sind sie schließlich ausgesprochen wehrhaft. Bei der leisesten Berührung der sägeblattartig gezahnten Blätter brechen die darauf befindlichen Brennhaare an den Köpfchen ab und bohren sich wie Injektionsnadeln in die Haut. Dabei injizieren sie eine ganze Reihe an Reizstoffen, darunter Histamin, Serotonin und Spuren von Ameisen-, Essig und Buttersäure. Das Ergebnis: Rötungen, Juckreiz und brennende, schmerzende Quaddeln. Doch würde sich die Brennnessel nicht so vehement zur Wehr setzen, wäre sie schon längst ausgerottet – so vitalstoffreich sind ihre Blätter. Und: Gezielt angewandt, kann das Brennen sogar heilsam sein, denn es führt zu einer besseren Durchblutung, aktiviert die Muskelzellen und verbessert die Beweglichkeit, da Schlacken ausgeschwemmt werden.

Die Brennnessel: grimmiges Gebaren, aber hilfreiches Herz.
Kräuterpfarrer Johann Künzle

Nicht umsonst gehört die Brennnessel weltweit zu den ältesten medizinisch verwendeten Pflanzen. Bereits der griechische Arzt und Pharmakologe Dioskurides, der im 1. Jahrhundert lebte, empfahl sie bei Arthritis, Drüsenschwellungen, Ekzemen und Gicht. Und bis heute wird die Behandlung mit Brennnesseln bei schmerzhaft geschwollenen Knien und anderen Gelenken, bei Rheuma, Ischiasbeschwerden und Lähmungserscheinungen praktiziert.

Vitalisierende Aggression

Majestätisch, stolz, wehrhaft und unbeugsam – die häufig als „Königin der Heilpflanzen“ bezeichnete Brennnessel steht für einen starken Willen, allerdings auch für Aggression. Doch die ist nicht zwangsläufig negativ. Ursprünglich betrachtet, ist Aggression etwas Positives, denn sie hilft uns, Hindernisse zu beseitigen. Sie räumt auf mit Altem, Verbrauchtem, Kraftlosem und Überfälligem und schafft so Raum für Neues.

Homöopathisch verleiht die Brennnessel „positive Stacheln“. Mit ihrer Hilfe fällt es leichter, sich selbst zu überwinden, einen starken Willen zu entwickeln und im eigenen Leben die Führung zu übernehmen. Fehlt dieser Wille, wird häufig an behindernden Neigungen und Bindungen festgehalten, was die Ansammlung von seelischen und körperlichen Schlacken begünstigt. Eine üppige, eiweißreiche Ernährung führt ebenfalls zu schädlichen Stoffwechselprodukten im Blut, die rheumatische und gichtartige Beschwerden auslösen können. Hier hilft die aggressive Brennnessel, indem sie erstarrte Strukturen dynamisch aufbricht. Aufgrund ihres außerordentlich hohen Eisengehalts hat die wehrhafte Pflanze ohnehin viele positive Wirkungen auf das Blut. Sie reinigt es, fördert die Blutbildung und reguliert den Blutdruck. Außerdem kann Brennnesselextrakt den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern auf natürliche Art senken, da es die Bauchspeicheldrüse anregt. Weiters steigert die entwässernde Brennnessel die Harnausscheidung und lässt sich daher
wirkungsvoll gegen Harnwegsinfekte einsetzen, um schädliche Bakterien mit dem Urin schneller auszuspülen. Auch gegen Allergien, Prostata- und Verdauungsbeschwerden ist die entzündungshemmende Heilpflanze sehr wirksam.

Frühjahrskur gegen Frühjahrsmüdigkeit

Wenn uns Eisenmangel und Frühjahrsmüdigkeit zu schaffen machen, hilft eine reinigende Brennnesselkur. Dazu werden täglich drei große Tassen Tee getrunken und der Speiseplan um weitere Brennnesselgerichte ergänzt. Je nach Geschmack kann das grüne Eisenwunder als Salat oder gekocht wie Spinat genossen werden. Die Kur sollte mindestens zwei, jedoch nicht länger als sechs Wochen durchgeführt werden. Und welche Zeit eignet sich dafür besser als der Frühling, wenn alles Alte geht, damit Neues entstehen kann?

 

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