Elektrosmog © shuterstock | fotofocus

Richtige Wellenlänge

Wie wir Elektrosmog reduzieren können, ohne auf moderne Technik zu verzichten

Beim Thema Elektrosmog scheiden sich die Geister: Einige von uns sind der Meinung, er existiert nicht. Andere wiederum fühlen sich bedroht und leben dadurch in Angst. Verständlich, da es sich dabei um ein unsichtbares Phänomen handelt. Tatsächlich ist aber Elektrosmog physikalisch erklär- und nachweisbar, denn elektromagnetische Wellen sind real, ebenso wie Schallwellen oder Licht. Nur, dass wir sie eben nicht bewusst wahrnehmen können. Für Elektrosmog selbst gibt es keine klare Definition. Im Wesentlichen entsteht er als Nebenwirkung, wenn elektrische Spannung vorliegt oder elektrischer Strom fließt. Wir dürfen nicht vergessen: Als Mensch sind wir ein biologischer Organismus, der nicht darauf ausgerichtet ist, einem Umfeld voller technischer Frequenzen ausgesetzt zu sein. Zusätzlich zur natürlichen Erdstrahlung summieren sich die Frequenzen von Bildschirmen, Mikrowellen, Hochspannungsleitungen, Handys, Rundfunk, Radar, Satelliten, Funk und mehr zu einem riesigen unnatürlichen Strahlungspotenzial.

Aufgrund des rasanten technologischen Fortschritts
konnte sich der Mensch an das Ausmaß
der elektrischen Strahlenbelastung nicht anpassen.

Mit dieser Menge ist unser Körper schlichtweg überfordert. Das bedeutet aber nicht, dass wir auf all den technischen Fortschritt, der unser Leben erleichtert, verzichten müssen. Es geht darum, sich bewusst damit auseinanderzusetzen, wie sich die Strahlenbelastung im persönlichen Umfeld reduzieren lässt und wie unser Körper mit Elektrosmog zurechtkommt. Denn jeder Mensch reagiert auf Umwelteinflüsse anders. Neben Symptomen wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Allergien und Ohrgeräuschen zeigen Forschungen einen Zusammenhang zwischen Burn-out und technisch erzeugten elektromagnetischen Feldern auf. Handy- und WLAN-Strahlung kann laut den Ergebnissen ebenso zu Zellstress führen wie ständige berufliche oder private Überforderung und emotionale Anspannung. Aufgrund des rasanten technologischen Fortschritts konnte sich der Mensch an das Ausmaß der elektrischen Strahlenbelastung nicht anpassen.

Von Schwingungen und Felder

Magnetische und elektrische Wechselfelder können unseren Biorhythmus durcheinanderbringen und so Schlaflosigkeit verursachen. Das liegt daran, dass sie die nächtliche Produktion des Hormons Melatonin stören, das wichtig für Wachstum, Fortpflanzung und Abwehrkräfte ist. Auch der Kalziumstoffwechsel in den Zellen, verantwortlich für die Zellkommunikation, kann durch magnetische Felder beeinflusst werden. Doch wie entstehen solche Felder eigentlich? Um das zu verstehen, befassen wir uns ein wenig mit Physik: Elektrische Felder werden von elektrischen Ladungen erzeugt. Ungleiche Ladungen ziehen einander an, gleiche stoßen einander ab. Das Ausmaß der Anziehung und Abstoßung gibt die elektrische Feldstärke an. Auch an den beiden Kontakten von Steckdosen befinden sich Ladungen, die hin und her schwingen. Die Frequenz, also die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde, wird in Hertz (Hz) gemessen. Bei einer Steckdose mit 50 Hz schwingen die Ladungen also 50 Mal pro Sekunde hin und her. Dieser sinusförmige Wechselstrom ist weltweit die häufigste Form der elektrischen Energieversorgung. Durch die Wechselspannung entstehen elektrische Wechselfelder. Diese breiten sich strahlenförmig rund um ihre Quelle aus. Sie sind daher an allen nicht abgeschirmten Stromkabeln, netzbetriebenen und nicht geerdeten Geräten sowie bei elektrisch leitfähigen Materialien in unmittelbarer Nähe von Stromkabeln messbar. Das Metall in Federkernmatratzen, Stahlrohrmöbeln oder ungeerdeten Heizkörpern kann elektrische Wechselfelder aufnehmen und weiterleiten. Da die Anziehungskräfte der elektrischen Wechselfelder auch vorhanden sind, wenn kein Strom fließt, sollten sich leitende Materialien immer in einem möglichst großen Abstand zu ihnen befinden.

Sich im Schlafzimmer eine strahlungsfreie Zone
einzurichten, ist eine vernünftige Gesundheitsvorsorge.

Neben Metallen ist auch der menschliche Körper aufgrund seines hohen Flüssigkeitsgehalts aufnahmefähig für elektrische Felder. Dadurch werden die körpereigenen Ströme überlagert und verändert. Auch Magnetfelder können im Körper elektrische Ströme verursachen. Magnetische Wechselfelder entstehen jedoch nur, wenn Strom fließt. Wie elektrische Felder und hochfrequente Wellen – das sind zum Beispiel Mikrowellen – zählen sie zu den bewegten Feldern.

Über Elektrostatik

Neben bewegten gibt es auch ruhende Felder. Dazu gehören elektrische und magnetische Gleichfelder. Elektrische Gleichfelder, auch Elektrostatik genannt, entstehen durch elektrische Spannungsunterschiede an der Oberfläche von Materialien. So können wir durch Reibung Kunststoffe statisch aufladen. Diese negative Ladung macht sich dann etwa als der Bürste „nachfliegende“ Haare bemerkbar. Negative Aufladungen in synthetischen Materialien entladen sich nur langsam oder überhaupt nicht. Natürliche Materialien hingegen haben fast immer positive Aufladungen, die schwächer sind und sich meist schneller abbauen. Auch wenn elektrische Gleichfelder zu den ruhenden und damit zu den weniger kritisch einzustufenden Feldern zählen – um Schlafstörungen und anderen Beschwerden vorzubeugen, sollten wir vor allem im Schlafbereich Felder beider Arten vermeiden.

Vitamin-Tipp

Starke Abwehrkraft

Vitamine stärken unseren Organismus, um mit Elektrosmog besser zurecht zu kommen. Sie steigern die allgemeine Leistungsfähigkeit und unterstützen die körpereigene Abwehr. Besonders Vitamin C schützt uns als Radikalfänger vor oxidativem Stress und fördert die Eisen- und Kalziumaufnahme. B-Vitamine sorgen für starke Nerven und verbessern die Konzentrationsfähigkeit.

Artikel zum Thema Elektrosmog